Dienstag, 24. Januar 2017

Ein unheimliches Titelbild für Nick 9

Anfang Februar wird Nick 7 erscheinen, bei dem es sich bekanntlich um einen Gastroman von Hubert Haensel handelt. Ich schreibe derzeit an Band 8 - und das Titelbild für die Nummer 9 liegt auch schon vor. Warum also es lange zurückhalten? Für alle, die es nicht erwarten können, so sieht es aus:



Freitag, 20. Januar 2017

Black Sabbath mit furiosem Finale

Sie gelten als die Gründerväter des Heavy Metal und drückten dem Genre über annähernd fünf Dekaden ihren Stempel auf, wenn auch mit wechselnden Besetzungen. Neben Ozzy Osbourne sangen vorübergehend auch Ronnie James Dio sowie Ian Gillan bei Black Sabbath. Zudem sah ich vor ein paar Jahren bei einem Open Air in Bonn unter dem Bandnamen „Heaven and Hell“ die Besetzung Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice.

Jetzt, fünfzig Jahre nach den ersten gemeinsamen musikalischen Gehversuchen von Osbourne, Iommi, Butler und Bill Ward, begab sich die Legende auf Abschiedstour. Das letzte Konzert in Deutschland, bevor dann in ihrer Heimatstadt Birmingham endgültig der Vorhang fällt, fand in Köln statt. Der einzige Wermutstropfen war das Fehlen von Bill Ward am Schlagzeug, der durch den – zugegeben hervorragenden Trommler, einen echten Berserker hinter der Schießbude – Tommy Clufetos ersetzt wurde.
 
Black Sabbath legten los mit Black Sabbath, und gleich vom ersten Stück an kochte die Halle. In der Bühnenmitte stand Ozzy am Mikrofonständer, an dem er das ganze Konzert über hüpfte und wibbelte und den er nur zu gelegentlichen Ausflügen losließ, um das Publikum unermüdlich zum rhythmischen Klatschen zu animieren. Was aber gar nicht nötig war, denn die 15.000 Besucher in der KölnArena feierten ihre Helden noch einmal frenetisch ab. Zur Linken (von den Zuschauern aus gesehen) malträtierte Geezer Butler seinen Bass, und rechts glänzte Tony Iommi an der Gitarre. Der von ihm produzierte schwere Gitarrensound war schon immer eins der Markenzeichen von Black Sabbath, das ihrer Musik einen ganz eigenständigen Sound verlieh, eine unverwechselbare Note, die in meinen Augen ein Alleinstellungsmerkmal darstellt, ähnlich wie es bei Motörhead auf deren eigene Art der Fall war.
 
Was in den folgenden knapp zwei Stunden folgte, war ganz großes Kino. Ich war schon bei zahlreichen Konzerten, aber ich habe noch nicht erlebt, dass vier Männer einen solchen Geräuschorkan erzeugen können – der übrigens anschaulich demonstrierte, dass auch in der oft gescholtenen KölnArena eine hervorragende Akustik möglich ist, wenn man die Technik entsprechend präpariert. Jedenfalls fegte ein brachiales Hitfeuerwerk von Fairies Wear Boots über War Pigs bis hin zu Dirty Woman durch die Halle, das einen im Innenraum regelrecht von den Socken haute. Iommis Gitarrenriffs kamen gewohnt düster daher, gewohnt schwer und trugen den musikalischen Unterbau fast ebenso mit wie Butlers donnernder Bass und der wie entfesselt trommelnde Clufetos. Ozzy, der Fürst der Finsternis, war weitaus besser bei Stimme, als ich das vorab gelesen hatte. Er wetteiferte mit Tonys Gitarreninferno und schien geradezu besessen davon, sich nicht von dieser Riffkanonade unterkriegen zu lassen.
 
Bei Iron Man und Children of the Grave ging es dann dem heraufbeschworenen Ende entgegen. Spaß hatten sie bis zuletzt, das sah man besonders dem lachenden Ozzy an, und das Publikum war ohnehin aus dem Häuschen. Meinetwegen hätte das Konzert gern noch zwei Stunden weitergehen können, aber die älteren Herren auf der Bühne sind nun mal leider nicht mehr die Jugendlichen, die sich vor einem halben Jahrhundert aus Birmingham aufmachten, um die Welt zu erobern. Wehmut kam bei dem Konzert nicht auf, dazu blieb überhaupt keine Zeit, doch davon verspüre ich jetzt ein wenig, da ich diese Zeilen niederschreibe. Denn es ist wirklich vorbei, das wurde endgültig besiegelt mit dem finalen Stück, das kein anderes als das grandiose Paranoid hätte sein können.
 
Danach war ich nicht nur zufrieden, nein, ich war schlichtweg begeistert von einem Auftritt, der eine Messlatte war, an die so schnell kein anderer herankommen dürfte. Black Sabbath spielten als gäbe es kein Morgen, was in gewisser Weise ja auch zutrifft. Dass dies das Ende gewesen sein soll, ist trotz allem nur schwer vorstellbar. Die Musiker spielten mit einem Elan und einer unbändigen Kraft, die, wüsste man es nicht besser, vermuten ließe, die Band stände ganz am Anfang und würde gerade jetzt erst so richtig loslegen.
 
Die komplette Setlist: 1. Black Sabbath - 2. Fairies Wear Boots - 3. Under the Sun/Every Day Comes and Goes - 4. After Forever - 5. Into the Void - 6. Snowblind - 7. War Pigs - 8. Behind the Wall of Sleep - 9. N.I.B. - 10. Hand of Doom - 11. Rat Salad - 12. Iron Man - 13. Dirty Women - 14. Children of the Grave - 15. Paranoid

Montag, 16. Januar 2017

Falk-Sonderbände

In der Hochzeit der Piccolo-Comics zeichnete Hansrudi Wäscher nicht nur die regelmäßig erscheinenden Fortsetzungsgeschichten, sondern parallel dazu abgeschlossene Abenteuer der einzelnen Helden. Diese erschienen ebenfalls als Piccolos, aber als "Sonderband" deklariert, und wurden später wie die regulären Geschichten als Großbände neu aufgelegt.

Jetzt liegen mir fünf Falk-Sonderbände vor, die die Grundlage für mein nächstes Falk-Buch bilden. Von einem Roman kann man in diesem Fall nicht reden, es sei denn, man sieht die einzelnen Stories als Romankapitel an. Die Großbände sind heute eingetroffen, und ich konnte es mir nicht verkneifen, mich gleich auf den Rücken zu legen und ein wenig zu schmökern. Die fünf vergleichsweise kurzen Abenteuer bieten gewohnt spannende Falk-Kost, auf deren literarische Umsetzung ich mich in Kürze mit Freude stürzen werde.

Sonntag, 15. Januar 2017

Sammlerherz 17

Das „Magazin für den Comic- und Nostalgiefreund“, so der Untertitel, erscheint einmal im Jahr. Die Ausgabe 17 habe ich von der letzten Intercomic mitgenommen. Seit ich das Sammlerherz dort vor zwei Jahren entdeckte, gehört es neben der Sprechblase und dem Hansrudi Wäscher-Magazin zu den Comic-Magazinen, die ich regelmäßig lese.
 
Das dynamische Titelbild nimmt einen auf den ersten Blick gefangen: ein sich aufbäumendes Pferd neben einer bellenden Hundemeute, dazu im Hintergrund eine Figur, die an einen Zauberer aus der einschlägigen Literatur erinnert und dem Bild einen Hauch von Fantasy verleiht. Ich wurde auf Anhieb neugierig, weil ich meinte, von dem Künstler noch nie etwas in einem Magazin oder Fanzine gesehen zu haben. Kein Wunder, denn der Künstler Hermann Vogel lebte von 1854 bis 1921. Im Heftinneren findet sich ein Artikel samt Lebensgeschichte des Plaueners, der als einer der besten und bekanntesten Illustratoren seiner Zeit galt. Unter anderem illustrierte er Märchen von Christian Andersen. Noch heute stellt das Vogtlandmuseum Plauen Werke von Vogel aus. Schöne Entdeckung eines mir bis dahin völlig unbekannten Künstlers.
 
Ein anderer interessanter Mensch scheint Luke Haas gewesen zu sein, „Den Toxkapp aus der Hiel“. Was Toxkapp bedeutet, erschließt sich mir zwar nicht, aber Hiel ist ein Stadtteil der Luxemburger Stadt Esch an der Alzette, die ich von häufigen Durchfahrten mit dem Auto kenne. Luke, gebürtig Lucien, Haas, dem Hans Simon einen längeren Nachruf widmet, war offenbar eine bekannte Luxemburger Größe. Er gehörte als Sänger, Gitarrist und Bassist verschiedenen Luxemburger Bands an, spielte dabei Rock'n'Roll, Prog-Rock und Balladen nicht nur in Luxemburgisch, sondern auch in Englisch, Französisch und Deutsch. Als Schriftsteller verfasste er das „Luxemburger Rock-Lexikon“ und den Bestseller „Luxemburger Rockstory“. Er war Comicsammler, Comiczeichner und publizierte das schwergewichtige Comicbuch „Comics in, aus und über Luxemburg“. Bemerkenswert ist, dass Luke Haas von der Kultusministerin für seine Pionierarbeit gewürdigt wurde, das kulturelle Leben in Luxemburg als Rockmusiker jahrzehntelang mitbestimmt zu haben. Ein umtriebiger, kreativer Mann, der mir bestimmt gefallen hätte, hätte ich ihn persönlich gekannt.
 
Zwei weitere Nachrufe finden sich in der vorliegenden Ausgabe. Auch Sammlerherz gedenkt des verstorbenen Hansrudi Wäscher, sowie zudem Dieter Lob, Sammler und profunder Kenner der Szene. Um einen – allerdings schon lange – Verblichenen geht es im Artikel „Georg Armstrong Custer – Die Schlacht am Little Big Horn“ von Hans Erich Dingel, in dem der Verfasser sich mit eben jenem Thema und Custers militärischer Laufbahn beschäftigt. Was mich im ersten Moment verwunderte, ist so erstaunlich gar nicht, dienten doch Custer, Crazy Horse und die Schlacht am Little Big Horn nicht nur als Vorlage für diverse Filme, sondern auch für eine Reihe von Comics. Erfreulich, dass Custers Wirken – exemplarisch der Angriff und das Massaker an den Cheyenne unter Black Kettle – durchaus kritisch betrachtet wird. Ein lesenswerter Blick über den Tellerrand.
 
Ein wichtiger Bestandteil im Sammlerherz ist die Fanszene. So findet sich ein Interview mit Detlef Lorenz, dem Vater des „Logbuch des Robinson Crusoe“, sowie ein weiteres mit dem Tarzan-Sammler Anton. Letzteren besuchte Fragesteller Eckhardt Walter zudem zu Hause und berichtet samt zahlreichen Bildern von einer Wohnung voller Tarzan-Schätze und anderer Dinge.
 
Der erste Teil eines zweiteiligen Artikels über – allerdings den neuen von Johann Kiefersauer – Mecki führt mich zurück in meine Kindheit. Als kleiner Junge habe ich auch Mecki gelesen, daran erinnere ich mich aber nur noch sehr verschwommen. Thematisch verwandt ist die Erinnerung an Werbehefte für Kinder in Comicform, wie sie vor einem halben Jahrhundert in Geschäften verteilt wurden, sei es Rotkäppchen oder Rumpelstilzchen, Der kleine Muck oder Max und Moritz. Wenn meine Eltern mit mir Schuhe kaufen gingen, durfte das niemals in einem anderen als in einem Salamander-Schuhgeschäft geschehen. Schließlich gab es dort bei jedem Einkauf immer die kostenlosen Lurchi-Heftchen dazu, sowie gelegentlich Gummifiguren von Lurchi oder seinen Freunden. Leider hat bei mir nichts davon überlebt. Das Zeug dürfte heute beim Verkauf einen ordentlichen Preis erzielen.
 
Neuland war für mich der Bericht über „Saint-Tin und sein Freund Lou“, eine Persiflage auf Tim und Struppi, die wegen Plagiatsverdachts sogar die französischen Gerichte beschäftigte. Als selbst kreativ Schaffender stehe ich dieser Tim und Struppi-Parodie äußerst skeptisch gegenüber. Weitaus mehr erwärmen könnte ich mich vermutlich für das französisch-belgische Comicepos „Hopfen und Malz“, das die Geschichte einer Bierbrauer-Dynastie über einen Zeitraum von 150 Jahren erzählt.
 
Ein Comic darf nicht fehlen. Hier ist es „Hauptmann Greko“ von Johannes Günther. Der Zeichenstil gefällt mir sehr. Allerdings werfen die fünf Seiten der Fortsetzungsgeschichte nicht mehr als ein kurzes Schlaglicht. Dies dürfte jedoch, nehme ich zumindest an, dem für das Magazin reichlich vorliegenden Material geschuldet sein. Gleiches gilt wohl auch für die siebenseitige Romanfortsetzung „Arthur – Die Odyssee“ von Hans Simon, illustriert ebenfalls von Johannes Günther. Der Text kommt nämlich ziemlich gedrängt daher, der Satz könnte durchaus ein wenig mehr Auflockerung und Struktur vertragen. Aber bei der Fülle des Materials, das die Herausgeber in ihrem Magazin unterbringen, ist das ein Jammern auf hohem Niveau.
 
Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe durch die Sammlerherz Extrablätter, einen launig-bebilderten Bericht über die Bettelarmbänder Charms und eine Rezension zur Trigan-Neuauflage bei Panini. Während ich Storm schon als Jugendlicher klasse fand, habe ich zu Trigan nie einen Bezug gefunden. Römer im Comic-Weltraum? Das passte für mich einfach nicht zusammen.
 
Sammlerherz 17, herausgegeben von Hans Simon und Eckhardt Walter, kommt ausgesprochen abwechslungsreich daher und berührt auch Themen, die ich nicht unbedingt erwarte, die aber dennoch oder gerade deshalb zum Schmökern einladen. Die vollgepackten 68 Seiten im Magazinformat sind professionell aufgemacht, wunderbar bebildert und durchgängig lesenswert.
 
Weitere Informationen findet der Interessierte hier: www.sammlerherz.com.
Dort kann man das Magazin auch bestellen.

Sonntag, 8. Januar 2017

Goguls Armee im Zauberspiegel gelobt

Schon seit längerem bespricht der Fan Schlomo die Ren Dhark-Neuerscheinungen im Online-Magazin Zauberspiegel. Zu diesem Zweck wurde dort eigens eine Ren Dhark-Kolumne eingeführt, was Dhark-Macher und Leser gleichermaßen freut.

In seinem bereits 20. Beitrag - Respekt dafür, Schlomo. Alle Achtung! - befasst er sich mit Goguls Armee, dem aktuellen Sonderband aus meiner Feder. Er bespricht den Roman sehr ausführlich, geht Kapitel für Kapitel vor, und das in der ihm eigenen unterhaltsamen Art. Das geschieht unter der Überschrift: Achim Mehnert in Top Form. Ich gebe zu, das geht runter wie Öl.

Goguls Armee hat Schlomo gefallen, soviel kann ich der Besprechung also vorwegnehmen. Mehr noch, bei deren Überschwang kommt hoffentlich niemand auf die Idee, ich habe Schlomo für seinen Artikel bezahlt. Ich habe sogar kurz gezögert, die Besprechung an dieser Stelle zu verlinken - doch sonst tue ich es ja auch regelmäßig. Warum also nicht auch diesmal?

Den kompletten Kolumnenbeitrag findet man hier:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/29701-februar-schlomos-zwanzigste-Kolumne

Freitag, 6. Januar 2017

Schönes Titelbild für Nick 8

An dem Roman schreibe ich derzeit, das Titelbild habe ich heute erhalten. Das ausgewählte Motiv gefällt mir sehr gut. Man beachte vor allem den Torbogen. Er spielt in der Geschichte nämlich eine wichtige Rolle. Der Romantitel steht, wie man sieht, auch schon fest. Erscheinen wird das Buch voraussichtlich zur Jahresmitte.


Donnerstag, 5. Januar 2017

William Voltz - Die letzten Menschen der Erde

Die Menschen haben einen zwanzig Jahre währenden Krieg gegen die Torrels verloren, die Menschheit wurde dabei fast vollständig ausgerottet. Die wenigen hundert Überlebenden wurden auf eine lebensfeindliche Ödwelt deportiert, auf der ständige Staubstürme herrschen und man kaum einmal das Tageslicht zu sehen bekommt. Im Laufe der Zeit wird den Menschen immer klarer, dass sie auf diesem lebensfeindlichen Planeten endgültig zum Aussterben verurteilt sind. Eine Rückkehr zur Erde ist ihnen jedoch verboten, und Wachschiffe sorgen dafür, dass sie ihre Gefängniswelt nicht verlassen.
 
Dennoch starten die Überlebenden ein verzweifeltes Unternehmen. Sie wollen bei dem Versuch, ihre Heimatwelt zu erreichen, lieber sterben, als in der Ödnis des Staubplaneten elendiglich zu Grunde zu gehen. Mit einer Handvoll alter Raumer und einem Täuschungsmanöver gelingt ihnen tatsächlich die Flucht, doch von nun an werden sie von den überlegenen Streitkräften der Torrels gejagt, die unter allen Umständen verhindern wollen, dass die Überlebenden einen Fuß auf Terra setzen.
 
Martin Dennister, der sich mehr und mehr als Führungsgestalt der Menschen herauskristallisiert, sieht sich dabei zwei Anführern der Torrels gegenüber. Der junge, in der Militärhierarchie aufstrebende Heiiti Jaason, der die Menschen am liebsten ganz ausrotten würde, steht dabei dem erfahrenen, alten Kriegsveteranen Tiit Pootsepp gegenüber. Pootseep begegnet den Terranern nicht nur respektvoll, er hegt sogar Sympathie für diese Wesen. Als sich die meisten Raumer der Menschen opfern, damit ein einziges Schiff bis zur Erde vordringen kann, rettet Pootsepp Martin Dennister vor dem Tod im Weltall.
 
Während sich zwischen den beiden ehemaligen Feinden eine Freundschaft entwickelt, führen die Umstände dazu, dass sie gemeinsam zurück auf die Staubwelt fliegen müssen, wo sie ihr weiteres einsames Dasein fristen. Indes wiederholt sich die Geschichte, wenn auch mit anderen Vorzeichen. In einem weiteren Krieg besiegen die Burl die Torrels und jagen deren Überlebende in alle Richtungen davon.
 
Bei Die letzten Menschen der Erde handelt es sich um ein Frühwerk des 1938 in Offenbach geborenen und 1984 verstorbenen Science Fiction Autors William Voltz, dessen erste Fassung 1966 erschien. Der überzeugte Humanist Voltz, der über mehr als zwei Jahrzehnte die Geschicke der Perry Rhodan-Serie lenken sollte, thematisiert in seinem serienunabhängigen Roman die Unterdrückung von Minderheiten und mögliche daraus resultierende Folgen, die bis zum Völkermord gehen können.
 
Der vorliegende Roman ist ein tragischer, was umso deutlicher wird, wenn man weiß, auf welchem realen Vorbild die Handlung basiert. Von jeher erschütterte William Voltz nämlich das Schicksal der Cheyenne-Indianer, die man um ihre Heimat gebracht und fast ausgerottet hatte. Er griff dieses traurige Schicksal auf und versetzte die Handlung in die Zukunft und ins Weltall. Die Figuren des Romans, allen voran Martin Dennister, der sich nach den Wirren der Ereignisse als einsamer Mensch in einer verhassten Umwelt wiederfindet, nehmen viel von jenen Charakteren vorweg, die der Autor später für Perry Rhodan schuf, besonders den im Kosmos verlorenen Alaska Saedelaere.
 
Die Geschichte ist weitgehend stringent geschrieben, abwechselnd erzählt aus den Perspektiven von Martin Dennister, Heiiti Jaason und Tiit Pootsepp. Sie verzichtet auf Bögen und Umwege und konzentriert sich auf den verzweifelten Versuch der letzten Menschen, zur Erde zu gelangen. Bei aller Tragik gestaltet Voltz das Ende versöhnlich. Als Dennister nach vielen Jahren und als alter Mann mit Hilfe seines Freundes Pootsepp doch noch den Weg nach Hause findet, wenn auch nur für einen Augenblick, trifft er auf den Kern einer neuen menschlichen Zivilisation. Terra und die Terraner können hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.
 
Als William Voltz den Roman in den frühen Achtziger Jahren, damals schon schwer krank, noch einmal überarbeitete, verfasste er dazu ein Vorwort, dessen Botschaft leider auch heute noch traurige Gültigkeit besitzt: „Die Gewalt, die unsere Welt überflutet, Rücksichtslosigkeit und Haß sind letztlich nur Zeichen von Angst. Sie muß überwunden werden, bevor eines Tages wirklich die letzten Menschen der Erde vor den Trümmern unserer Zivilisation stehen."
 
William Voltz: Die letzten Menschen der Erde
Utopische Klassiker Band 1
HJB-Verlag 1996, herausgegeben von Gerd Rottenecker
Hardcover, ca. 176 Seiten, DM 16,80

Mittwoch, 4. Januar 2017

Im Bett mit Ren Dhark

Pünktlich zum Jahreswechsel habe ich die Arbeit an Ren Dhark 68 abgeschlossen und das alte Jahr damit, was die schriftstellerische Arbeit betrifft, positiv beendet. Die Überschrift dieses Posts mag dem einen oder der anderen vielleicht ein wenig merkwürdig vorkommen, doch das ist sie beileibe nicht. Schließlich ist der gute Ren Dhark, wenn es ihm auch bestimmt zu sein scheint, die Galaxis zu retten, ein Mann aus Fleisch und Blut und als solcher nicht gegen die betörenden Reize einer schönen Frau gefeit.

Und so geschieht es halt in meinem neuen Manuskript, dass Ren, wie oben angedeutet, tatsächlich mit einer Frau im Bett landet. Getreu dem Motto: Schatz, wir müssen reden, zieh dich schon mal aus. Als ich die kleine Episode bei einem Telefonat mit Expokrat Ben B. Black erwähnte, entfuhr es Ben prompt: "Du hast hoffentlich keinen Porno draus gemacht." Ich sah ihn buchstäblich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber ich konnte ihn beruhigen. Nein, habe ich natürlich nicht.

Der Schwerpunkt der Handlung liegt diesmal ganz und gar auf der POINT OF und ihrer Besatzung. Es treten Umstände ein, die eine Rückkehr aus der Zwerggalaxis Voktar in die heimatliche Milchstraße unmöglich machen. Bei ihrer Suche nach einer Lösung für das Problem stoßen die Raumfahrer von der Erde auf ein ganz spezielles Volk, bei dem sie erhellende Informationen über die Hintergründe der Geschehnisse in Voktar erhalten. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass diese Erkenntnisse dazu angetan sind, Ren Dhark und seine Leute gewaltig zu schockieren.

Ein unheimliches Erlebnis hat Arc Doorn. Der jahrtausendealte Worgun in Menschengestalt erhascht unerwartet einen Blick in die Vergangenheit. In einer Vision erhält er Eindrücke einer gefährlichen Macht, von der die Menschheit schon früher rudimentäre Kenntnis erlangte. Um wen es sich dabei handelt, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Nur, dass der Titel dieses Posts auch anders hätte lauten können, nämlich: Rückkehr nach Arkan-23.

Dienstag, 3. Januar 2017

Hansrudi Wäscher Magazin 42

Die 42. Ausgabe dieses immer wieder schönen Magazins ist bereits im November zur Intercomic erschienen, nun bin ich endlich dazu gekommen, sie zu lesen. Das Titelbild schmückt diesmal ein Motiv von „Jim, der Cowboy“. Wäscher fertigte die Zeichnung bereits 2002 für die SPRECHBLASE an, dort ist sie aber nie erschienen. Wir haben also tatsächlich eine Erstveröffentlichung vor Augen.
 
Erstveröffentlichungen gibt es auch im Heftinneren. Der Bastei-Verlag ließ einst beim Abdruck von Buffalo Bill-Comics diverse Zeichnungen oder gar ganze Seiten weg. Die verschwundenen Zeichnungen sind wieder aufgetaucht und werden an dieser Stelle in Fortsetzungen nachgeliefert. Den Anlass nutzen die Macher des Magazins dazu, gleich einen ganzen Buffalo Bill-Comic zu präsentieren – neu handgelettert und mit einer tollen Colorierung! Die ersten zwölf Seiten des Abenteuers Abrechnung mit den Skalpjägern finden sich in diesem Heft.
 
Sympathisch rüber kommt das Interview mit Herrn Wäschers Witwe Helga, die Einblick gibt in die gemeinsamen Tagesabläufe und in Arbeitsabläufe ihres Mannes. Dazu passen weitere Berichte von Lesern über ihren Besuch bei den Wäschers sowie Fan-Rückblicke in die Vergangenheit, beispielsweise Herbert Karbaumers Betrachtung von begossenen Lehning-Anstecknadeln, Hans-Joachim Neuperts Jugenderinnerungen an Eisblumen, Wundertüten und Old Shatterhand oder Dieter Herolds Gedenken an einen schlechten Tausch. Solche persönlichen Eindrücke aus einer längst vergangenen Zeit lese ich immer gern.
 
Akribische Leserarbeit darf in einem Wäscher-Magazin nicht fehlen, so zu finden in Form einer Check-Liste zu Jim, was sich bei dem Titelbild ja anbietet, oder eines Berichtes von Dietmar Taubert über Sigurd-Piccolo-Titelbilder. Ohnehin findet sich wieder eine Menge Bildmaterial aus dem Schaffenswerk Wäschers. Nicht nur wird der Abdruck von Telefonkarten-Originalen mit dem fünften Teil fortgesetzt, die Herausgeber haben ein bislang völlig unbekanntes Akim-Motiv aufgetrieben.
 
Man beginnt des weiteren mit dem Abdruck der schönsten Sprechblase-Titelbilder. Auf die bin ich gespannt, da ich natürlich längst nicht alle Sprechblase-Ausgaben kenne. Hinzu kommt die Fortsetzung der Bleistiftvorzeichnungen eines Falk-Piccolos – derlei bekommt man nur selten zu sehen – sowie der dritte und abschließende Teil eines Lanowen-Comics von Jan Hoffmann. Und noch eine schöne Sache: Hansrudi Wäscher hat ein zwei Piccolos umfassendes Nick-Abenteuer mit Titel Das Zeiträtsel hinterlassen, von dem wir als Vorabdruck das Titelbild und drei Piccolo-Streifen zu sehen bekommen.
 
Abgerundet wird die 42. Nummer des abwechslungsreichen und lesenswerten Wäscher-Magazins durch einen Blick auf Sigurd-Puzzles aus dem Jahr 1967, Bilder von den Clubtreffen der rührigen Wäscher-Entusiasten und Leserbriefe. Das Heft, und nicht nur diese Ausgabe, ist wie immer mehr als nur einen Blick wert.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Strange Kind of Woman

Der nächste Ren Dhark-Sonderband in der Unitall-Reihe wird aus der Feder von Jan Gardemann stammen. Hier ist schon mal die Covergraphik von Ralph Voltz. Wer die Figur auf dem Bild ist, kann ich nicht sagen, da mir der Inhalt von Jans Manuskript noch nicht bekannt ist. Der Titel des Romans lautet Iondrus Suche. Der Autor setzt damit thematisch seinen Roman Das Geheimnis von Iondru aus dem Jahr 2015 fort.


Dienstag, 27. Dezember 2016

Carrie Fisher 1956 - 2016

Das Jahr 2016 hat bis kurz vor seinem Ende wirklich blindwütig in alle Richtungen ausgekeilt, und ich mag keine Nachrufe mehr schreiben. Es erwischte von mir gern gelesene Autoren der deutschen Phantastik wie Manfred Borchard und Malte Schulz-Sembten, gern gesehene Schauspieler wie Götz George, gern gehörte Musiker wie Glenn Frey und Jimmy Bain und großartige Fußballspieler wie Hannes Löhr und Johan Cruyff - und sogar gern gemochte persönliche Bekannte.

Was mit David Bowie begann, endete mit Rick Parfitt und George Michael. Zumindest dachte ich das bis vor wenigen Stunden, doch dann schlug dieses garstig-böse Jahr noch einmal zu. Heute verstarb mit Carrie Fisher auch meine Prinzessin. Ja, wieso eigentlich meine Prinzessin?

Als "Star Wars" 1977 ins Kino kam, war Luke Skywalker dem kleinen Achim altersmäßig am nächsten. Zumindest kam es mir so vor. Tatsächlich war er natürlich wesentlich älter als ich. Viel cooler fand ich ohnehin Han Solo, der mit der Waffe in der Hand ein Draufgänger ganz nach meinem Geschmack war. Han allein gegen den Rest der Welt, und nichts konnte ihn aufhalten - dachte ich zumindest bis zum zweiten Film. Und dann war da noch, ach ja, richtig, diese Prinzessin namens Leia. Die hat auch geballert, aber sie war halt nur ein Mädchen und Staffage neben den Jungs. Und überhaupt habe ich mich zu der Zeit noch viel mehr fürs Fußballspielen interessiert als für Mädchen.

Drei Jahre später folgte "Das Imperium schlägt zurück". Inzwischen sah ich die Welt teilweise mit anderen Augen als noch beim ersten Film der Trilogie. Han war immer noch der Coolste, aber viel hübscher und süßer als Han war Leia. So musste ein Prinzessin sein. Nicht mit einem Krönchen auf dem Kopf, sondern mit einer Strahlenwaffe in der Hand. Sie besaß Charme und Lieblichkeit, zugleich aber auch die knallharten Argumente einer starken Frau gegen die Imperialen Truppen. Sie war hinreißend, bezaubernd. Ich begriff gar nicht, wie ich das im ersten Teil hatte übersehen können. Ich glaube, ich war hin und weg. War ich vielleicht sogar ein bisschen eifersüchtig auf Han, weil er Leia kriegte? Ich glaube nicht, aber man weiß ja nie. Jedenfalls war von da an Leia meine Prinzessin. Sie war viel hübscher und viel cooler als alle Mädels in meiner Jahrgangsstufe.

Anlässlich des letzten Star Wars-Films (nicht dieses aktuelle Rogue-Ding) sah ich Carrie Fisher als Gast bei einer Talkshow, eine sympathische Frau, die gleich wieder mein Herz eroberte. Sie und Leia waren in Würde gealtert, ohne irgendeinem schauderhaften Jugendwahn hinterher zu hecheln. Ich spekulierte sogar darauf, dass sie vielleicht im nächsten Film, gemeinsam mit ihrem Filmbruder Luke, wieder dabei sein wird. Daraus wird nichts mehr - aber meine Prinzessin ist sie immer noch.

Samstag, 24. Dezember 2016

Drei Krune för et Chressfess

Wie alle Jahre wieder habe ich auch diesmal die Weihnachtssitzung des Hänneschen-Theaters besucht, des Kölner Puppenspieltheaters. „Drei Krune för et Chressfess“ lautet der Titel der diesjährigen Aufführung. Auf Hochdeutsch heißt das „Drei Kronen für das Christfest“.
 
Denn um drei Kronen geht es unter anderem in dem Stück, und zwar um keine geringeren Kronen als jene der Heiligen drei Könige. Die Vorstellung läuft über vier Aufzüge und bedient sich dabei drei verschiedener Bühnenbilder. Los geht es in Schäls Trödelladen, dann folgt das Stadtbild von Knollendorf, danach der Dreikönigsschrein im Kölner Dom und schließlich wieder Schäls Laden. Für diejenigen, die es nicht wissen: Knollendorf ist natürlich nichts anderes als das alte Köln.
 
Als Kind war das kleine Hänneschen meine Lieblingsfigur, doch längst schon ist es der Schäl. Das wiederum bedeutet Scheel, weil der Kerl schielt. Schäl spielt meistens die Rolle des fiesen Burschen, der jedoch im Laufe der Handlung geläutert wird. So auch in diesem Fall. Der Geizkragen führt ein kleines Geschäft, in dem er seinen Kunden Ramsch als wertvolle Antiquitäten verkauft und seine Angestellten Tünnes und Speimanes ausbeutet. Den beiden armen Kerlen untersagt er, Feierabend zu machen, weil noch so viel zu tun sei. Dabei möchten der Tünnes und der Manes schnellstmöglich nach Hause, weil Weihnachten ist.
 
Schäl indes hat mit Weihnachten nichts am Hut. Er verabscheut das Fest geradezu. Später wird sich der Grund herausstellen. Als er ein kleiner Junge war, starb seine Mutter ausgerechnet an Heiligabend, und so sieht er den Totenkarren immer noch an sich vorbeiziehen. Die Aufklärung dieses Hintergrunds erschließt sich den Zuschauern in Form eines Zeitsprungs in die Vergangenheit. Man kann also glatt von einer Science Fiction-Geschichte sprechen.
 
Im weiteren Verlauf der Handlung kommt es zu einer Reihe von Irrungen und Wirrungen, die dazu führen, Schäl auf den rechten Weg zu bringen. Er erleidet einen Herzanfall, bekommt von seinem Arzt eine düstere Prognose gestellt und verkracht sich mit anderen Knollendorfern. Das passt den beiden Kindern Hänneschen und Bärbelchen gar nicht, weil sie sich auf ein friedliches Weihnachtsfest freuen. Wie immer sind vor allem sie es, die wichtige Beiträge zum Zustandekommen des glücklichen Endes leisten.
 
Doch diesmal erhalten sie unerwartete Unterstützung von drei Stadtstreichern, jeder mit einer eigenen kleinen Geschichte und mit einer wertvollen Gabe im Gepäck. Diese Schätze erlangen ihren Wert aber nur, wenn sie mit drei zugehörigen Kronen in Verbindung gebracht werden. Man ahnt es bereits, es handelt sich um die Kronen der heiligen drei Könige. Irgendwann begreift der verbiesterte Schäl, dass es seine Bestimmung ist, die drei Kronen an den Ort zu bringen, an den sie gehören, nämlich eben zum Dreikönigenschrein im Kölner Dom.
 
Dieses Bühnenbild war für mich das Schönste. Obwohl ich die Stadtansicht von Knollendorf mag, kam der wundervoll präsentierte Schrein besonders beeindruckend rüber. Das lag vermutlich an seiner exaltierten Darstellung inmitten ansonsten reduziert arrangierten optischen Beiwerks.
 
Als sich die Kronen wieder an ihrem angestammten Platz befinden, geht Schäl das Herz auf, und der Weihnachtshasser begreift endgültig den Sinn des Weihnachtsfestes, was sich dann im vierten Aufzug zeigt. In seinem Trödelladen steht nicht nur ein prächtig geschmückter Baum, der bekehrte Schäl spendiert zudem den ungläubigen Tünnes und Speimanes eine Gratifikation und zudem eine Gehaltserhöhung. Bevor am Ende der Vorhang fällt, singen diese und alle anderen in der Handlung auftauchenden Puppen gemeinsam mit den Zuschauern ein Weihnachtslied.
 
Ich hatte Spaß an der Geschichte, auch wenn sie natürlich nach einem vertrauten Muster gestrickt und stellenweise vorhersehbar ist. Doch man muss bedenken, dass es sich um eine Aufführung für Kinder handelt, wenn von diesen auch nur wenige unter den zahlreichen Erwachsenen vertreten waren. Das fiel mir noch nie so sehr auf wie in diesem Jahr.
 
Einen erhobenen Zeigefinger gibt es übrigens nicht, auch wenn das an der einen oder anderen Stelle in diesem Text so klingen mag. Dafür kommt die Geschichte viel zu locker und humorig rüber und ist garniert mit zahlreichen kleinen Gags, die für Gelächter sorgten. Es wird Zeit, dass ich mir mal eine Hänneschen-Aufführung außerhalb des Karnevals- und des Weihnachtsprogramms ansehe. Was läge da näher, als mich im kommenden Frühjahr für Schälock Holmes zu entscheiden? Der Schäl als Sherlock Holmes? Das stelle ich mir jetzt schon köstlich vor.

Freitag, 23. Dezember 2016

Ein frohes Weihnachtsfest 2016

Wieder liegt ein Jahr hinter uns, ein Jahr, in dem ich in meinem Blog eine Menge zu berichten hatte. Aufregendes war darunter, Erfreuliches und Erheiterndes, Erfolgreiches und Ergötzliches. Doch leider gab es auch die eine oder andere traurige Nachricht zu beklagen. Das ist nun einmal der Lauf der Dinge und durch nichts zu ändern.

Ich bedanke mich bei allen, die gelegentlich, häufiger oder gar regelmäßig in meinen Blog schauen. Auch im kommenden Jahr werde ich mich zu all den Dingen äußern, die sich in meinem persönlichen und schriftstellerischen Umfeld ereignen und die dazu geeignet sind, an dieser Stelle erwähnt zu werden. Bleibt mir gewogen und als Leser erhalten. Es würde mich freuen.

Ich wünsche euch allen ein Weihnachtsfest, wie es sein sollte, froh und festlich, besinnlich und doch heiter, ruhig und erholsam. Und friedlich natürlich. Dazu im günstigen Fall im Kreis von Menschen, mit denen ihr diese besondere Zeit am liebsten verbringt. Zugleich wünsche ich euch einen guten Jahresabschluss, einen guten Rutsch und das erdenklich Beste für 2017. Wir lesen uns.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Abschied von Winfried Brand

Das Wetter hatte sich herausgeputzt. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein waren dabei, als die Trauergemeinde dem vor gut einer Woche verstorbenen Winfried Brand gestern das letzte Geleit gab. Es gibt Leute, die der Meinung sind, ein wolkenverhangener Himmel bilde die passende Rahmenbedingung für eine Beerdigung. Ich brauche aber keine Rahmenbedingungen, die aufs Gemüt drücken. Den Abschied von einem Menschen, den man eine lange Zeit kannte, ist trist und grau genug. Da darf gern die Sonne lachen.

Ein katholischer Pfarrer hielt die Ansprache in der Trauerhalle des Longericher Friedhofs. Longerich, das ist der Stadtteil, aus dem Winy stammte. Der Bitte der Familie folgend, trat der Priester sehr leger auf. Er verzichtete, da Winy schon vor langer Zeit aus der Kirche ausgetreten war, weitgehend auf seine Tracht sowie auf Brimborium der katholischen Kirche. So gab es auch keine Messe mit irgendwelchen rituellen Abläufen. Die Trauerrede war einerseits weltlich gehalten, stand aber andererseits im Zeichen des Kreuzes und war Christentum und christlichen Werten verpflichtet. Der Spagat des Pfarrers gelang. Ich empfand seine Trauerrede als sehr angenehm. Ich denke, sie wäre in Winys Sinn gewesen.

Beim Trauerzug zur Grabstätte gingen mir verschiedene Erinnerungen an Begebenheiten mit Winfried durch den Kopf. Wiederholt sah ich das Bild des (fast noch kindlich) jungen Winy, den ich vor rund dreieinhalb Dekaden kennengelernt habe, vor meinem geistigen Auge. Dass ein Mensch auf einmal nicht mehr da ist, war für mich schon immer eine nur schwer begreifliche Situation, irgendwie unwirklich und bizarr. Als ich dann vor dem offenen Grab stand und ein paar Blütenblätter hineinwarf, benutzte ich die mir zum Mantra gewordene Formel, die ich bei Beerdigungen stets verwende. Ich verabschiedete mich mit "Tschüss, Winy."

Freitag, 16. Dezember 2016

Dabophilorisoptyl

Er ist ein Woniozell, und sein Name lautet Dabophilorisoptyl. Für das Titelbild von Ren Dhark 67 hat Ralph Voltz ein herrliches Motiv gewählt. Die von Muscheln abstammenden Wesen in der Galaxis Voktar spielen in der Handlung derzeit eine wichtige Rolle.

Es gefällt mir immer, wenn exotisch aussehende Völker aus der Serie visuell umgesetzt werden. Man hat ja eigene Bilder im Kopf. Manchmal ähneln sie der Ausführung des Graphikers, manchmal weichen sie stark davon ab. Mit dem Woniozell hat Ralph sich wieder einmal selbst übertroffen. Das Buch erscheint im Februar 2017.


Montag, 12. Dezember 2016

Winfried Brand 1967 - 2016

Winy auf dem Coloniacon 1982
Es muss 1981 gewesen sein, als ich Winfried Brand kennenlernte, kurz nachdem drei Kölner Jungs einen Science Fiction-Club aus der Taufe gehoben hatten. Winy, wie er von allen genannt wurde, stieß schon wenig später dazu, wie dann auch bald sein jüngerer Bruder Wolfgang. Von da an war Winy für viele Jahre aktiver Bestandteil der Kölner SF-Szene. So auch in all seiner jugendlichen Frische auf dem ersten Coloniacon 1982, wie man auf dem Bild links sehen kann.

Bei den in den Achtziger Jahren noch jährlich stattfindenden Coloniacons tat er sich als Helfer hervor. Vor allem aber publizierte er das Rezensions-Zine Flash, das jahrelang erschien und dem er sich mit Herzblut verschrieb. Es war Winy, der mich eines Tages zum SF-Stammtisch in Zollstock mitschleppte. Ein Vierteljahrhundert dürfte das her sein. Ich habe ihn in der damaligen Zeit stets freundlich und meist gut gelaunt erlebt, gleichwohl er aber auch ein herber und gelegentlich hitziger Diskutant sein konnte. Der eine oder andere Stammtischteilnehmer dürfte ein Lied davon singen können.



Winy auf dem Coloniacon 2014
Irgendwann machte sich Winy dann rar. Zwei Kinder kamen, eine räumliche Veränderung folgte, und andere private Dinge bestimmten sein Leben. Der Kontakt brach ab, und auch von den anderen Stammtischlern konnte niemand sagen, was Winy trieb. Bis er auf dem Coloniacon 2014 plötzlich vor mir stand. Winy war wieder da, ich freute mich ihn zu sehen. Seitdem sind wir uns zu bestimmten Anlässen wieder regelmäßig über den Weg gelaufen. Er fuhr zum BuchmesseCon in Frankfurt, besuchte die Intercomic und war auch wieder auf dem diesjährigen Coloniacon zugegen.

Der Szene blieb er bis zuletzt verbunden. Für verschiedene Verlage führte er Textarbeiten durch und erstellte E-Books. Auf dem diesjährigen BuCon begegneten wir uns zum letzten Mal. Auf der Intercomic im November erschien er nicht, weil es ihm nicht gut ging. Eine Unpässlichkeit, die sicher bald hinter ihm liegen wird, dachten wir. Eine traurige Fehleinschätzung, leider.

Winfried Brand starb am 12. Dezember 2016 nach kurzer, schwerer Krankheit. Er wurde nur 49 Jahre alt. Winy hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Meine Gedanken sind bei seinen Familienangehörigen.

Samstag, 10. Dezember 2016

Ein Tag mit Nick und Hubert Haensel

Es gibt Arbeitsvorbereitungen und Arbeitsvorbereitungen. Die einen sind unangenehm und nervtötend, kosten Zeit, die man lieber anders investieren würde, und können nicht schnell genug erledigt werden.  Dazu gehören gewisse Recherchen, wie sie, ohne ein konkretes Beispiel zu nennen, immer wieder erforderlich werden. Sie mögen für ein Manuskript wichtig sogar, sogar unerlässlich, sind aber dennoch lästig. Die zweite Kategorie ist keine Pflichtaufgabe, sondern fällt unter die Spaßkategorie. In diesen Genuss kam ich heute. Der nächste Nick-Roman steht nämlich auf meinem Arbeitspapier.

Bevor ich mit dem Schreiben am achten Buch beginnen kann, musste ich mich darüber ins Bild setzen, was in Band 7 geschieht. Den hat bekanntlich der beliebte Autor Hubert Haensel verfasst. Im Gegensatz zu allen Wäscher-Fans und Nick-Anhängern, die auf Huberts Gastroman warten, liegt mir das redigierte Manuskript bereits vor. So genoss ich heute die spannende Adaption, die dort ansetzt, wo ich mit Band 6 abgeschlossen habe. Wie nicht anders zu erwarten, hat mich Hubert Haensels abenteuerliche Geschichte prima unterhalten. Die Leser, soviel sei schon mal angekündigt, dürfen sich freuen.

Gleich im Anschluss an Huberts Manuskript nahm ich mir einen Stapel Comics vor. Mit zunehmender Begeisterung versank ich in den Nick-Großbänden 47 bis 60, die die Grundlage für den folgenden Roman bilden, der dann wieder aus meiner Feder stammen wird. Die Geschichte zeigt einmal mehr Hansrudi Wäschers Fähigkeit als Erzähler und seinen Ideenreichtum, mit dem er der späteren Science Fiction in seinen Piccolos häufig einen Schritt voraus war. In diesem Fall beginnt es mit einem in der Ödnis eines fremden Planeten stehenden Torbogens, durch den die Raumfahrer auf eine andere Welt gelangen können. Na, wer denkt dabei nicht gleich an gewisse Sternentore aus einer gewissen SF-Serie? Tolle Geschichte! Ich freue mich schon darauf, sie in Romanform zu bringen.

Freitag, 9. Dezember 2016

Aufruhr in Voktar

Der letzte Ren Dhark-Roman für dieses Jahr ist erschienen, meine letzten Belegexemplare 2016 sind eingetroffen. Das ist immer eine Art Abschluss, schon eine Weile vor Silvester - was hingegen fürs Schreiben nicht gilt. Denn den verbleibenden Tagen bis zum Jahresende bastle ich weiter an zwei Manuskripten, eins davon ein weiterer Ren Dhark. Am liebsten würde ich beide noch fertigstellen, doch das dürfte zeitlich nicht hinkommen.

Doch zurück zu Aufruhr in Voktar, mit dem der 66. Band von Weg ins Weltall vorliegt. Mit dem Buch feiert der laufende Zyklus Halbzeit. Auch schon wieder, man könnte melancholisch werden - aber es geht ja weiter, und allmählich richtet sich der Blick auf die nächste Ren Dhark-Konferenz im kommenden Sommer.

Das vorliegende Buch ist wie immer ein Gemeinschaftswerk, im Grunde aus drei Heftromanen bestehend. In unserer internen Zählung sind das die Nummern 373 bis 375. Die Exposés stammen von Ben B. Black, das Titelbild wie immer von Ralph Voltz, und das Buch verfasste ich gemeinsam mit Jan Gardemann und Nina Morawitz, der einzigen Frau in unserem fünfköpfigen Team. Weiterhin gibt es in der Geschichte zwei Handlungsebenen, doch zeichnen sich erste Querverbindungen ab. Neugierig auf den Inhalt? Der Klappentext verrät folgendes:

"Bei der Zollkontrolle auf Danlechraa werden die GSO-Agenten Liv Sanders und Ömer Giray getrennt. Sanders taucht nicht wieder auf, und ihr Partner befürchtet das Schlimmste, weshalb er sich umgehend auf die Suche nach seiner Kollegin begibt. Etwa zur gleichen Zeit stellen Ren Dhark und seine Begleiter in der fernen Galaxis NGK 3109 fest, dass es dort unter der friedlich wirkenden Oberfläche zu brodeln scheint. Chris Shanton, Arc Doorn und Amy Stewart, die immer noch nach einem Weg in die heimatliche Milchstraße suchen, bekommen es inzwischen mit einem weiteren kriegerischen Volk zu tun. Alles sieht ganz danach aus, als herrsche Aufruhr in Voktar."

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Hoher Wiedererkennungswert

Einen solchen attestiert Robert Monners Aufbruch nach NGK 3109 in seiner Besprechung bei phantastik-News. Das 65. Ren Dhark-Buch ist erst im November erschienen, doch die Rezension ist bereits online. Da war einer wieder sehr schnell. Freut mich, zumal der Roman dem Rezensenten gefallen zu haben scheint.

So schreibt Monners: "In beiden großen Plots bleiben die Autoren dem verhaftet, was die Fans und Leser bei Ren Dhark suchen. Die Darstellung von Alien-Zivilisationen, den Wundern zwischen den Sternen und klassischen Kriminal- und Thriller-Elementen." Ich füge hinzu: Genau so soll es sein.

Die ganze Besprechung gibt es hier: http://www.phantastiknews.de/index.php/rezensionen/12954-ren-dhark-weg-ins-weltall-65-im-auftrag-der-instanz-ben-b-black-hrsg-buch

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Kleines Jubiläum - Tibor zum Zehnten

Ich habe heute die Arbeit an einem weiteren Romanmanuskript nach Comicvorlagen von Hansrudi Wäscher abgeschlossen, und zwar an Tibor 10. Ja, ganz richtig, es ist tatsächlich bereits mein zehnter Tibor-Roman. Da spreche ich durchaus gerne von einem kleinen Jubiläum, von einem Jubiläum, an das ich damals ganz sicher nicht gedacht habe.

Damals, das war im Mai 2011. Der mir bis dahin nicht persönlich bekannte Verleger Peter Hopf sprach mich auf der Intercomic in Köln an. Er erzählte mir von seinem Vorhaben, in seinem Verlag Romane um Wäschers Dschungelhelden Tibor zu veröffentlichen, werkgetreue Adaptionen nach den Comics der Sechziger Jahre, als Hardcover und in feiner Aufmachung. Zu meiner Überraschung bot Peter mir an, diese Romane zu schreiben. Natürlich ließ ich mich nicht zweimal bitten. In den folgenden Monaten verfasste ich also Band 1, der, wenn ich mich recht erinnere, Anfang 2012 erschien. Seitdem machen wir zwei Tibors jährlich.

Und heute habe ich also das Manuskript für den Jubiläumsband an den Verlag geschickt. Zum ersten Mal kann man die Handlungszeit der Geschichte zeitlich ziemlich genau festmachen, und zum ersten Mal geht der Roman über eine reine Abenteuergeschichte hinaus. Er wird nämlich politisch. Die Geschichte spielt vor der Unabhängigkeitserklärung, die Kenia die Unabhängigkeit von Großbritannien bescherte, was bekanntlich im Dezember 1963 geschah.

Eine Verschwörung weißer Geschäftemacher, die die Diamanten des Landes ausplündern, und einer schwarzen Bruderschaft, die die kommende Regierung stellen will, zielt darauf ab, einen blutigen Bürgerkrieg anzuzetteln. Gegen seinen Willen wird Tibor in die Ereignisse verwickelt, da eine Intrige darauf abzielt, ihn als den Hintermann der Diebstähle hinzustellen. Um sich von dem Verdacht reinzuwaschen, bleibt dem Herrn des Dschungels nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach dem wahren Schuldigen zu machen.